Neue Arbeitswelten: Mitarbeiter – der lebende Teil

MitarbeiterInnen sind der lebendige Teil einer Organisation, einem Gebilde, das vielmehr den Namen Organismus verdient als Organisation. Was macht den Menschen aus? Ich bin ein großer Anhänger der Beschreibung des Menschen auf vier Ebenen:

  • Körper
  • Geist
  • Seele
  • Sein

Da ist die physisch, körperliche Ebene. Die geistige, psychische Ebene umfasst unser Denken. Die seelische Ebene artikuliert sich über Emotion, über Gefühle. Gefühle sind die Sprache der Seele. Die spirituelle Ebene ist die Ebene des Seins. Darin verbirgt sich unsere Orientierung, unsere Ausrichtung, das Ziel unseres Daseins. Viktor Frankl bezeichnet diese Ebene als Transzendenz oder als noetische Ebene und erklärt sie so: Das ist die einzige Ebene, die nicht krank werden kann. Körperlich, psychisch und emotional können wir Menschen erkranken, nicht aber spirituell. Diese Ebene braucht keine Materie, um zu existieren. Frankl sagt, dass Menschen, die total in ihrer Aufgabe oder in einer Beziehung aufgehen, sich selbst total vergessen können, sich selbst nicht mehr wahrnehmen. Sie sind dann in Transzendenz. Ein Zustand, den  Mihály Csíkszentmihályi als Flow bezeichnet.

Übertragen wir dieses Menschbild auf Organisationen oder besser gesagt auf Organismen sieht es so aus:

  • Infrastruktur, Raum, Fläche, Immobilie
  • Strategie, Führung, Leadership
  • Unternehmenskultur, Verhalten, Kommunikation
  • Werte, Vision, Haltung, Purpose

Der körperliche Teil entspricht der Infrastruktur, die aus Raum, Fläche, Immobilie, Hardware und Technologie besteht. Der geistige Raum liegt in der Strategie, in Führung und Leadership. Die emotionale Ebene ist die Unternehmenskultur, die sich am Verhalten, an der Kommunikation artikuliert. Und die Seinsebene ist in einem Unternehmen die Ebene der Werte, der Unternehmensvision, der Haltung und des Purposes. Es kommt nicht von ungefähr, dass Unternehmen mit starkem Purpose, der sich durch alle Bereiche hindurchzieht, zu den Erfolgreichsten gehören.

Dieses Unternehmensbild auf Basis eines Menschenbildes ist eine wertvolle Anleitung und steht am Anfang einer erfolgreichen Intervention. Unternehmen sind Organismen, die sich aufgrund einer Vision zusammengeschlossen haben, im besten Falle eine Wertgemeinschaft von Menschen, die gleiche Orientierung haben und ein gemeinsames Ziel, eine Vision verfolgen. Dahinter steckt eine starke Sehnsucht der Menschen, die sich verwirklichen wollen in der Sache, im Tun, in der Aufgabe und in der Beziehung. Ein Unternehmen, das einen klaren Seinszweck hat, der für andere etwas Wertvolles hervorbringt, das MitarbeiterInnen die Möglichkeit der Selbstrealisierung bietet und ein Ort der Gemeinschaft, der gemeinsamen Identität und Haltung ist, wird Erfolg ernten.

Betrachten wir diesen Begriff einmal aus anderer Perspektive. Erfolg ist unser aller Ziel. Die häufigsten Antworten von Menschen auf die Frage „Was ist für Dich Erfolg?“ sind Reichtum, Gesundheit, Familie, Glück, Freude, Spaß, Ausgeglichenheit …

Sie beschreiben ein Gefühl für Erfolg. Dieses Gefühl ist aber vielmehr die Folge des Erfolges. Hier sind ein paar Beispiele: Glück resultiert beispielsweise aus dem Erreichen eines Zieles, das kann der Aufstieg auf einen Berg, das Bestehen einer Prüfung, das Erlangen eines großen Auftrages oder der Abschluss eines großen Projektes sein, genauso wie das Zusammenleben in der Familie, mit dem Partner oder der Sieg über eine Krankheit. Freude kann aus Zuneigung, aus Geschenken, aus eingetretenen Umständen genauso wie aus dem Beisammensein in der Familie sowie sozial-karitativen Tätigkeiten resultieren.

Erfolg ist also immer die Folge aus etwas. Daher ab heute die neue Schreibweise Er-folg und der neue Zugang mit der Bereitschaft, dass ganz Vieles in unserem Leben, das täglich auf uns zukommt in der Folge Er-folg für mich produzieren kann. Das kann in der Beziehung zu einem Menschen liegen, in der Beziehung zur Natur, in einer Aufgabe oder in der Einstellung zu einer Herausforderung. Das Leben ist eine Gelegenheit zu etwas. Es beschert uns täglich Gelegenheiten, die wir nur sehen und hören müssen, die für jeden individuell einen Weg zum Er-folg aufzeigen.

Dieser Er-folg macht uns reich. Der Reichtum besteht im Glück, in der Freude, im Gefühl, in der Verbundenheit – Du bist er-folg-reich!

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